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2010/06/25

Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt? GENUG ist GENUG!

Filed under: Solidarität — dienagashi @ 18:01

In diesen Tagen wird sehr viel über Arigona und ihr Schicksal berichtet, analysiert kommentiert.
Meine erste Reaktion war mich zu schämen ..
Ich habe bisher bewusst nicht über sie geschrieben, weil ich nichts von leeren Phrasen, Worthülsen halte.
Wollte auch keine Nachahmerin von manche hervorragende Kritiker_innen werden.
Andererseits kann ich mein Wut und Enttäuschung über meine Wahlheimat immer noch kaum in Worte fassen.

Ich kam in dieses Land mit voller Hoffnung und Vertrauen, ich habe seine Neutralität und Menschliche Asylpolitik im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention hochgeschätzt.Ich fühlte mich sicher und geborgen hier.

Ich hatte gemocht die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der hier lebenden Menschen. Habe hier Freundeskreis und Heimat gefunden.
Das ist lange her. Es hat sich seit dem vieles verändert.
Nein, nicht nur Arigona! Es begann viel früher. Es gab aber noch breite Widerstand.

Ich erinnere mich noch sehr gut ans Lichtermeer oder später an die Donnerstagsdemos
Was is los seit dem? Warum sind so viele gleichgültig geworden?
Ich konnte es nie und will auch nicht länger zusehen, wie meine nunmehrige Heimat zu Grunde geht!

Es ist höchste Zeit wieder auf die Straße zu gehen, uns wieder zu organisieren! Für die Menschlichkeit, für einander, für UNS!

Ich begrüße daher den  Aufruf am 1. Juli auf dem Heldenplatz gemeinsam aufzuzeigen:

SO NICHT! nicht mit UNS!  GENUG ist GENUG!

Es ist untragbar das Schweigen seitens der Politik, jetzt sind WIR,  die Zivilgesellschaft gefragt!  Ich freue mich auf  die breite Unterstützung aus der Kunst, Kultur und Journalismus, frage mich aber gleichzeitig:  braucht es erst die Prominenz dafür, damit die Menschen endlich aufwachen?
Ich bin am 1. Juli am Heldenplatz. Machen wir uns sichtbar und hörbar!
Wer wenn nicht wir, wann wenn nicht jetzt?
Ich zähle auf Euch!

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2010/05/17

IDAHO

Filed under: LGBT Rights — dienagashi @ 00:09

Hungarian Artists Against Homophobia

17th of May marks IDAHO
International Day Against Homophobia and Transphobia

IDAHO is celebrated to commemorate the Day in 1990 when the World Health Organisation decided to take homosexuality out of the list of mental disorders.

Say NO to Homophobia & Transphobia! Now!

2010/05/15

Die Fremden singen weiter

Filed under: Immigration,Kurzfilm — dienagashi @ 22:36

und das ist gut so!

sonst wäre Eisesstille im Lande..

2010/05/14

Die Fremden singen

Filed under: Europa,Immigration,Literatur,Soziales — dienagashi @ 19:34

Wäre das kleine Herrenvolk nicht bei sich selbst berühmt für seine Humanität und Toleranz und so weiter, man könnte sie in ordentlichen Lagern unterbringen, wo sie auch singen dürften, und sie würden nicht das Straßenbild überfremden.

– schrieb dies Max Frisch im Jahre 1965 unter dem Titel:  Überfremdung als  Vorwort zum Film-Buch Siamo italiani – Die Italiener -Gespräche mit italienischen Gastarbeitern von Alexander J. Seiler.

Max Frisch war seiner Zeit weit voraus und er hatte Recht.

Überfremdung ist mittlerweile nicht  „nur“ schweizerisches Phänomen, es ist zum europaweites Bedrohung angewachsen und sorgt überall für Diskussionen. Es werden in ganz Europa insbesondere in Wahlkampfzeiten mit der Thema Migration/Integration  Ängste geschürt, mit Verboten, wie Minarett – und Burkaverbot wird negative Stimmung gegen Minderheiten erzeugt und verschärft. Der Unterschied zu den 60er ist ein wirtschaftlicher, Frisch schrieb:

Es herrscht Konjunktur, aber kein Entzücken im Lande. Die Fremden singen.

Wir haben längst die Krise, und von Entzücken weit und breit keine Rede. Es herrscht soziale Kälte und  trifft es diesmal auch, wie so oft, die Randgruppen und die Migrant_innen am härtesten. Und damit schließt sich der Kreis über den „seltsamen Menschenschlag“ welche

eigentlich sehr demütig, naiv, nicht untertänig und nicht knechtisch, aber auch nicht arrogant, nur nicht auf Demütigung gefasst, übrigens wenig nationalistisch, noch in der Diaspora, nicht machtsüchtig, lebensgläubig wie Kinder erschrecken viele über den Schnee im fremden Land und brauchen lange Zeit, bis sie merken, welcher Art die Kälte ist, die sie erschreckt.

2010/05/11

Eine Reise für ein Jahr Unabhängigkeit

Filed under: Film,Kultur — dienagashi @ 14:52

Die Frauenkarawane

Ein außergewöhnlicher Film, beeindruckend  und wunderbar dokumentiert  das Leben der Wüstenfrauen.

Bei der Premiere im Rahmen der Viennale 2009 war es ein großer Publikumserfolg.

Jetzt tourt es durch Österreich.
Heute wieder in Wien, Breitenseer Lichtspiele um 18:30 Uhr
weitere Termine

Das Video habe ich bei der Österreich-Premiere im Zuge der Viennale am 31.10.2009 gedreht.

Die Regisseurin erzählt dabei über die harten Bedingungen während der Dreharbeiten und über das Leben der Frauen in der Wüste.

Absolut sehenswert!

2010/05/10

Join the Audimax Movement NOW!

Filed under: unibrennt — dienagashi @ 18:31

audimax (2), ursprünglich hochgeladen von nic_ko

Jetzt kannst Du was verändern: Komm auch ins #Audimax !

auch bei: kellerabteil

2010/05/09

Das Internet ist aus der heutigen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken

Filed under: Internet,Medien,Persönliches — dienagashi @ 22:35

Die Sendung Club 2 im ORF hat sich neuerlich mit dem Thema Internet auseinander gesetzt. Die Betitelung fand ich etwas befremdend.
Es erinnerte mich an die Diskussionen in den 50er und 60er Jahren um das Medium Fernsehen.
So gesehen könnte man generell die Frage stellen: machen uns die Medien dumm?
Das wäre genauso falsch, wie im Bezug auf das Internet.

Ich wuchs ohne Fernseher auf, meine Eltern haben sich geweigert – aus pädagogischer Überzeugung, uns Kindern einen Fernseher zu kaufen.
Damals war ich zeitweise unglücklich darüber. Nachhinein stelle ich fest, dass es mir nicht geschadet hat.

Ich las sehr viel, nachts auch, mit der Taschenlampe. Und hörte Funk. Das Radio spielte eine sehr große Rolle.
Und die Printmedien. Meine Eltern abonnierten Zeitungen, nicht nur Tagesblätter – sondern Literatur – und andere Themenbezogene Wochenzeitschriften auch. Es war mein Selbstverständnis im Erwachsenenalter es selber tun.
Natürlich das Kino auch! Wir waren leidenschaftliche Kinogeher_innen Damals.
Ich sah mir immer unter die ersten alle bedeutenden Filme von namenhaften Regisseuren, wie Bergmann, Fellini, Antonioni, Truffaut,
Godard, Wajda usw. an. Nachher gab es meistens spannende Diskussionen in meinem Freundeskreis darüber.
Später kamen Theater – und Opernbesuche dazu. Allmählich empfand ich den Zustand ohne Fernsehen als angenehm.
Meinen ersten Fernsehapparat kaufte ich mir später selbst. Und ich nutzte es anders.
Ich höre es bis heute eher im Hintergrund, als wäre es Hörfunk.
Es sind vor allem die Nachrichten und bestimmte (vor allem politische) Diskussionen die ich täglich aus dieser Medium beziehe. Weiters sind es die Kultursendungen bestimmter Sender.

Meine Berührung mit dem Internet erfolgte relativ spät. Nicht weil es mich nicht interessiert hätte, weil es für mich die Möglichkeit früher nicht ergab.
Ich war sehr neugierig auf das neue Medium, und es hat mich auf Anhieb in seinen Bann gezogen.
Zuerst waren es die online Ausgaben diversen Tageszeitungen, welche weiterhin zu meiner täglichen Lektüre gehören.
Später wurde ich aufmerksam auf die sogenannten sozialen Medien und habe ich mir gleich einen Blog angelegt.
Ich nutze das Internet mittlerweile mit Leidenschaft.

Es ist ein schnelles Medium, für mich bedeutet es noch mehr selektieren, vor allem darauf achten, dass wir nicht all zu oberflächlich werden.
Facebook ist ein gutes Beispiel dafür. Manchmal kommt es mir vor, wie ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, mit oft nichtssagenden Statusmeldungen.
Was ich für mich dort schätze, sind die Möglichkeiten mich mit Menschen aus anderen Ländern zu vernetzen, alte Freund_innen (auch aus der Schulzeit) wieder zu finden, und die Veranstaltungshinweise.
Twitter dagegen finde ich viel spannender. Am Anfang könnte ich mir gar nicht vorstellen, wie viel Inhaltliches in 140 Zeichen reinpassen können! Für große Diskussionen ist es nicht geeignet, dafür ist es auch nicht gedacht.
Blackbox bietet sich für langatmige inhaltliche Diskussionen als ideale Plattform an.

An das Internet führt heute kein Weg vorbei. Es hat sich auch gezeigt während der Iran Proteste oder bei den europaweiten Universitäts Kundgebungen, Uni Besetzungen: wie wichtig ist das Internet in der Kommunikation ist.
Wer sich dem Internet weigert, wird sich aus einer bedeutenden Teil der Medienlandschaft aussperren.

2010/05/08

Capital of Sorrow

Filed under: Film — dienagashi @ 17:45

Love?
What’s that?

doch wird aus neuem Stein die neue Welt

Filed under: 8.Mai,Geschichte,Literatur — dienagashi @ 02:04

Kein Blick zurück, kein Zauber

Wie in des Apfels Kernhaus der braune Kern, so schwoll
bis jetzt in meinem Herzen all der geheime Groll,
ich wußte, ein Schwert-Engel geht mit in meinem Rücken,
paßt auf und schützt mich notfalls vor Widrigkeit und Tücken.
Wer eines wilden Morgens jedoch erwacht darüber,
daß alles eingestürzt ist, sich aufmacht wie ein trüber
Spuk, weg von seinem Krimskram, und ist mehr nackt als nicht,
in dessen schönem Herzen mit leichten Sohlen bricht
nachdenklich, reif und wortkarg die Demut auf, geläutert,
empört er sich und meutert, dann nicht mehr seinetwegen,
dem Fernglanz freier Zukunft eilt er nun schon entgegen.

Ich hatte nichts, und nichts mehr wird mir gehören, kein
Besitz, im reichen Leben ein Weilchen Träumer sein
genüge, hier, nicht Zorn mehr, nicht Rache fällt mir ein,
wird mein Gedicht verboten, – doch wird aus neuem Stein
die neue Welt, ihr klingt dann im Fundament mein Wort,
was hinter mir liegt, lebe ich schon inwendig fort,
ich schaue nicht mehr rückwärts, wohl wissend, mich behütet
kein Blick zurück, kein Zauber, – ein Unheilsmittel brütet
ob mir, winkt ab, Freund, kehr mir den Rücken, sieh nicht her.
Jetzt ist, wo einst Engel mit dem Schwert stand,
vielleicht gar niemand mehr.

30. April 1944

Miklós Radnóti schrieb am 30. April 1944 das Gedicht in sein Notizbuch Bori notesz (Notizen aus Bor)
Er sehnte sich bis zuletzt dem Fernglanz freier Zukunft entgegen.

Heute begehen wir zum 65. Mal den Tag der Befreiung, das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa.
Wir sollten jeden Tag aufs Neue bewusst die freie Gegenwart leben!

Er starb am 9. November ’44 in Bor, wo jetzt seine Statue steht, ohne Sockel, auf der Erde..

2010/05/07

Konsum(t)räume

Filed under: Soziales,Sucht — dienagashi @ 19:13

Vor kurzem wurde der aktuelle Drogenbericht veröffentlicht.
Demnach werden die Drogenkonsument_innen immer jünger.
Weitere Schutzzonen um die Schulen sowie Kontrollen sollen dafür sorgen, um Jugendlichen den Zugang zu den Drogen zu erschweren.
Mit Schutzzonen verlagert sich nur die Szene, die bestehenden Probleme werden nicht gelöst.
Meines Erachtens nach ohne konsequente Aufklärungs- und Präventionsarbeit in den Schulen wird sich nichts ändern.

Die Vorbereitungen für die Neugestaltung der Wiener Karlsplatzpassage sind in wollem Gange,
damit wird auch gerade im Wahljahr der Karlsplatz erneut zum Polit-Spielball:
während ist es für die Wiener FP Schlaraffenland mit Versorgungslogistik für Junkies spricht sich Innenministerin Fekter gar für
Bereinigung durch mehr Beamti_innen und erhöhte Polizeipräsenz aus. Sicherheit als Lösung aller Probleme.

Die bereits bestehenden sozialen Einrichtungen der Stadt Wien für Drogenkranke, wie der Ganslwirt und TaBeNo sind sehr wichtig,
sollten noch mehr aufgestockt und vor allem anders gestaltet werden.

Wien braucht Konsumräume , dringender denn je!
Seit 2002 liegt der Stadt ein vom Verein Wiener Sozialprojekte (dem Trägerverein von Ganslwirt,
Streetwork und Co.) erstelltes Konzept zur Einrichtung von Konsumräumen vor.
Seit dem Jahr 2005 gibt es auch eine im Auftrag des Drogenbeirates erstellte Expertise, die eine klare Sprache spricht:
Konsumräume sind laut internationalen Erfahrungen sozialpolitisch und gesundheitspolitisch sinnvoll.
Die Entscheidung über deren Einrichtung ist laut Studienautor Prof. Alfred Springer (Ludwig Boltzmann Institut für Suchtforschung) eine rein politische.

Warum Konsumräume für sucht kranke Menschen zu fordern?
Weil wir längst welche haben!
Es sind unsere Stiegenhäuser, Telefonzellen, Parks und Toilettenanlagen in denen sich schwer suchtkranke Menschen ihr Suchtgift verabreichen, weil sie keinen anderen Platz dafür haben.
Sie gefährden dabei nicht nur ihr eigenes Leben. Ihre zurückgelassenen Spritzen stellen natürlich auch eine große Belastung für Anrainer_innen dar.

Wir werden bei allen Anstrengungen nicht verhindern können, dass drogenkranke Menschen Suchtmittel konsumieren. Aber wir können zumindest den Schaden reduzieren, den sie sich dabei selbst zufügen.
Konsumräume sind Einrichtungen, in denen schwer suchtkranke Menschen unter hygienischen und betreuten Bedingungen Suchtmittel konsumieren können.
Konsumräume lösen kein Suchtproblem und lassen keine Suchtszenen verschwinden.
Aber sie führen – das zeigen die internationalen Erfahrungen ganz deutlich – zu einer erheblichen Entlastung des öffentlichen Raumes und versorgen schwer kranke Menschen mit dringend notwendiger Hilfe.

Konsumräume zu fordern ist aktueller denn je!

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