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2010/05/09

Das Internet ist aus der heutigen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken

Filed under: Internet,Medien,Persönliches — dienagashi @ 22:35

Die Sendung Club 2 im ORF hat sich neuerlich mit dem Thema Internet auseinander gesetzt. Die Betitelung fand ich etwas befremdend.
Es erinnerte mich an die Diskussionen in den 50er und 60er Jahren um das Medium Fernsehen.
So gesehen könnte man generell die Frage stellen: machen uns die Medien dumm?
Das wäre genauso falsch, wie im Bezug auf das Internet.

Ich wuchs ohne Fernseher auf, meine Eltern haben sich geweigert – aus pädagogischer Überzeugung, uns Kindern einen Fernseher zu kaufen.
Damals war ich zeitweise unglücklich darüber. Nachhinein stelle ich fest, dass es mir nicht geschadet hat.

Ich las sehr viel, nachts auch, mit der Taschenlampe. Und hörte Funk. Das Radio spielte eine sehr große Rolle.
Und die Printmedien. Meine Eltern abonnierten Zeitungen, nicht nur Tagesblätter – sondern Literatur – und andere Themenbezogene Wochenzeitschriften auch. Es war mein Selbstverständnis im Erwachsenenalter es selber tun.
Natürlich das Kino auch! Wir waren leidenschaftliche Kinogeher_innen Damals.
Ich sah mir immer unter die ersten alle bedeutenden Filme von namenhaften Regisseuren, wie Bergmann, Fellini, Antonioni, Truffaut,
Godard, Wajda usw. an. Nachher gab es meistens spannende Diskussionen in meinem Freundeskreis darüber.
Später kamen Theater – und Opernbesuche dazu. Allmählich empfand ich den Zustand ohne Fernsehen als angenehm.
Meinen ersten Fernsehapparat kaufte ich mir später selbst. Und ich nutzte es anders.
Ich höre es bis heute eher im Hintergrund, als wäre es Hörfunk.
Es sind vor allem die Nachrichten und bestimmte (vor allem politische) Diskussionen die ich täglich aus dieser Medium beziehe. Weiters sind es die Kultursendungen bestimmter Sender.

Meine Berührung mit dem Internet erfolgte relativ spät. Nicht weil es mich nicht interessiert hätte, weil es für mich die Möglichkeit früher nicht ergab.
Ich war sehr neugierig auf das neue Medium, und es hat mich auf Anhieb in seinen Bann gezogen.
Zuerst waren es die online Ausgaben diversen Tageszeitungen, welche weiterhin zu meiner täglichen Lektüre gehören.
Später wurde ich aufmerksam auf die sogenannten sozialen Medien und habe ich mir gleich einen Blog angelegt.
Ich nutze das Internet mittlerweile mit Leidenschaft.

Es ist ein schnelles Medium, für mich bedeutet es noch mehr selektieren, vor allem darauf achten, dass wir nicht all zu oberflächlich werden.
Facebook ist ein gutes Beispiel dafür. Manchmal kommt es mir vor, wie ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, mit oft nichtssagenden Statusmeldungen.
Was ich für mich dort schätze, sind die Möglichkeiten mich mit Menschen aus anderen Ländern zu vernetzen, alte Freund_innen (auch aus der Schulzeit) wieder zu finden, und die Veranstaltungshinweise.
Twitter dagegen finde ich viel spannender. Am Anfang könnte ich mir gar nicht vorstellen, wie viel Inhaltliches in 140 Zeichen reinpassen können! Für große Diskussionen ist es nicht geeignet, dafür ist es auch nicht gedacht.
Blackbox bietet sich für langatmige inhaltliche Diskussionen als ideale Plattform an.

An das Internet führt heute kein Weg vorbei. Es hat sich auch gezeigt während der Iran Proteste oder bei den europaweiten Universitäts Kundgebungen, Uni Besetzungen: wie wichtig ist das Internet in der Kommunikation ist.
Wer sich dem Internet weigert, wird sich aus einer bedeutenden Teil der Medienlandschaft aussperren.

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