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2010/05/07

Konsum(t)räume

Filed under: Soziales,Sucht — dienagashi @ 19:13

Vor kurzem wurde der aktuelle Drogenbericht veröffentlicht.
Demnach werden die Drogenkonsument_innen immer jünger.
Weitere Schutzzonen um die Schulen sowie Kontrollen sollen dafür sorgen, um Jugendlichen den Zugang zu den Drogen zu erschweren.
Mit Schutzzonen verlagert sich nur die Szene, die bestehenden Probleme werden nicht gelöst.
Meines Erachtens nach ohne konsequente Aufklärungs- und Präventionsarbeit in den Schulen wird sich nichts ändern.

Die Vorbereitungen für die Neugestaltung der Wiener Karlsplatzpassage sind in wollem Gange,
damit wird auch gerade im Wahljahr der Karlsplatz erneut zum Polit-Spielball:
während ist es für die Wiener FP Schlaraffenland mit Versorgungslogistik für Junkies spricht sich Innenministerin Fekter gar für
Bereinigung durch mehr Beamti_innen und erhöhte Polizeipräsenz aus. Sicherheit als Lösung aller Probleme.

Die bereits bestehenden sozialen Einrichtungen der Stadt Wien für Drogenkranke, wie der Ganslwirt und TaBeNo sind sehr wichtig,
sollten noch mehr aufgestockt und vor allem anders gestaltet werden.

Wien braucht Konsumräume , dringender denn je!
Seit 2002 liegt der Stadt ein vom Verein Wiener Sozialprojekte (dem Trägerverein von Ganslwirt,
Streetwork und Co.) erstelltes Konzept zur Einrichtung von Konsumräumen vor.
Seit dem Jahr 2005 gibt es auch eine im Auftrag des Drogenbeirates erstellte Expertise, die eine klare Sprache spricht:
Konsumräume sind laut internationalen Erfahrungen sozialpolitisch und gesundheitspolitisch sinnvoll.
Die Entscheidung über deren Einrichtung ist laut Studienautor Prof. Alfred Springer (Ludwig Boltzmann Institut für Suchtforschung) eine rein politische.

Warum Konsumräume für sucht kranke Menschen zu fordern?
Weil wir längst welche haben!
Es sind unsere Stiegenhäuser, Telefonzellen, Parks und Toilettenanlagen in denen sich schwer suchtkranke Menschen ihr Suchtgift verabreichen, weil sie keinen anderen Platz dafür haben.
Sie gefährden dabei nicht nur ihr eigenes Leben. Ihre zurückgelassenen Spritzen stellen natürlich auch eine große Belastung für Anrainer_innen dar.

Wir werden bei allen Anstrengungen nicht verhindern können, dass drogenkranke Menschen Suchtmittel konsumieren. Aber wir können zumindest den Schaden reduzieren, den sie sich dabei selbst zufügen.
Konsumräume sind Einrichtungen, in denen schwer suchtkranke Menschen unter hygienischen und betreuten Bedingungen Suchtmittel konsumieren können.
Konsumräume lösen kein Suchtproblem und lassen keine Suchtszenen verschwinden.
Aber sie führen – das zeigen die internationalen Erfahrungen ganz deutlich – zu einer erheblichen Entlastung des öffentlichen Raumes und versorgen schwer kranke Menschen mit dringend notwendiger Hilfe.

Konsumräume zu fordern ist aktueller denn je!

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